Ich weiß nicht was soll es bedeuten
Verfasst von Mama am August 2, 2007
FrauvonWelt saß heute am Rhein und dachte an Heine. Wenn sie nicht weiß, was sie denken soll, oder welchen Gedanken zuerst, dann denkt sie an Heine. Viele seiner Gedichte kennt sie auswendig. Die hat sie irgendwann einfach mal gelernt, damit wenigstens etwas Ordnung im Kopf ist. Das hilft. So auch heute. Nein, FrauvonWelt singt das nicht:
Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.
Man muss sie nicht stellen, die Schuldfrage.
Dieser Eintrag wurde erstellt am August 2, 2007 um 11:43 und ist abgelegt unter Alltagswelt, Lyrikwelt. Verschlagwortet mit : auswendig, Gedicht, Heine, Ich weiß nicht, Lorelei, Ordnung im Kopf, Rhein, Schuldfrage. Du kannst alle Antworten auf diesen Eintrag mitverfolgen über den RSS 2.0 Feed. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder Trackback von deiner eigenen Seite.

frauvonwelt sagte
Ettore Schmitz / Website (2.8.07 10:45)
Teil I:
Nö. Hier ist ausnahmsweise die Schuldfrage mal völlig geklärt. Sowas würde sich die Kriminalpolizei sehr oft wünschen (ich kann das aus Erfahrung sagen, war ja leider u.a. mal 7 Jahre mit einer Kripo-Hauptkommissarin auf dem Rheinboot einer Ehe – bis Schaffhausen, hähä, sozusagen, Ettore LIVE!), allerdings steht der Kriminalist selten vor solch klaren Tatumständen. Gut, der Laie oder ein Jungermittler würde sicherlich zunächst mal die blonde Lady zumindest des Mitverschuldens bezichtigen und jede Menge Messungen (Lautstärke, Tonfolgen, Blendwirkung etc. pp.) vornehmen, um hernach mit mindestens vier Gutachtern… andere wiederum würden wohl etliche Untersuchungen anstellen über (bereits 1938 im Orinoko entdeckte) „Blitzriffe“ [tauchen auf, ritzen Schiffe, verpissen sich umgehend, man hört sie noch stundenlang zynisch lachen und noch länger, wenn eventuelle Überlebende sich an Holzplanken klammern, bevor die ebenfalls abtauchen und null nachweisbar sind] – aber auch das wäre letztlich fruchtlos. Klar: die Dam-Verbände, allen vorweg Oldenburgs Lila Liste, machten eindeutig den R(h)einschiffer selbst verantwortlich für seine nicht allein durch Unachtsamkeit verursachte Finalmisere, sondern vor allem dessen latente Bereitschaft, sich – obwohl in fester Hand und umzingelt von der Kinder siebenköpfger Schar – einer betörenden Frau anzunähern, sicherlich mit obsessiven Mißbrauchsgedanken, wie man sie ja zur Genüge kenne, wobei er sogar dermaßen rücksichtslos vorgeht, der Sau, daß er nicht nur die ganzen Schulden der betrogenen Familie hinterläßt, sondern sie auch noch der letzten Möglichkeit, wieder auf die Planken zu kommen, beraubt, indem er das schöne Boot (aus Vollholzimitat mit Biberpelzapplikationen) sozusagen ungespitzt in den Grund rammt.
….
Ettore Schmitz / Website (2.8.07 10:46)
Teil II:
Aber all das wäre krude Spekulation über die Schuldfrage, da haben Sie völlig recht, Liebes: nein nein – man muß sie gewiß nicht stellen, die Schuldfrage. Das ganz gewiß nicht! Ohjee – neinnein! So ein Quatsch. Als ob irgendjemand hier eine Schuldfrage auch nur annähernd zu stellen eine Notwendigkeit sehen müsste – so klar ist alles.
Je t’embrasse ma chère Lolodumonde,
ich ertrinke in Ihnen!
Schiffer Karl Vier Schmitz*
*der diesen entsetzlichen Ka(h)(r)lauer jetzt schon zum zweiten Mal hernimmt, aber mal ehrlich, bietet sich an, namentlich dem ehemaligen Akkordeonisten, oder?
mcwinkel / Website (2.8.07 16:05)
freiwillig Heine auswendig gelernt?
Na gut.
Aber da hat der feiner Herr es sich mit der „Melodei“ sehr einfach gemacht, meinen Sie nicht?!
FrauvonWelt / Website (2.8.07 16:12)
Mein lieber MC, das soll es ja geben, dass es sich feine Herren mit der „Melodei“ sehr einfach machen. Aber schließlich kommt es doch auf die Wirkung an. Wenn die Mädels kreischen, beziehungsweise die Schiffe sinken, dann ist doch einerlei – mit der Melodei. Nicht wahr?
FrauvonWelt / Website (2.8.07 16:21)
Gemeinsam am Rhein sitzen und Akkordeon spielen? Ich gehe sofort üben, mein lieber Schifferkarl. Das reizt. Dann machen wir den ganzen Rhein platt.
Begeistert
LorevonWelt
Ettore Schmitz / Website (2.8.07 18:44)
Dasglaubsteaber!
Üben allerdings sollte eher der Schifferkerl. Ooch obwohl – ich tu einfach so als ob, meine LorevonWelt brilliert locker für zwei. Und wenn wir den Rhein dann plattgemacht haben, dann nehmen wir uns ab Mannem noch den Neger vor, pardon, den Neckar – und danach die ganze Fr…quatsch: danach spannen wir uns ein wenig was au…spannen wir einfach mal gemeinsam aus. Oi, das wird fein. Abends machen wir noch Laternen an oder Höhenfeuerwerk. Und Dr. Briskoll (der voraussichtlich nur kurz vorbeischauen will) grillt uns Grillsachen, vielleicht auch was zu essen. MaiTai sind beim Catering-Service längst geordert.
Alles klar also: ab geht das – accordeonnez moi, chérie!
Ihr exzessiver
Plattore Schmitz
FrauvonWelt / Website (3.8.07 02:38)
Ich kann nicht mehr!
Ettore Schmitz / http://plusblog.typepad.com/gunstgreis/ (3.8.07 07:45)
Hähä. Sie müssen! Ich flehe nicht.
Ihr
hyperherzlichster
Zuchfauchdrück Bässettore Schmitz
P.S. Bei mir ist des Geklicke der kleinen Baßtatsen lauter als der Gesamtton, der sich dem Großinstrument entringt und ausserdem fährt mein eingeklemmtes Brusthaartoupet jetzt in diesem hyperventilierenden Balg Achterbahn, muß das einglich?
Goggi / Website (3.8.07 07:55)
Da red ich nicht drein.
FrauvonWelt / Website (3.8.07 12:04)
Äh, nein, das muss nicht, Herr von Schmitz, also bei mir passiert das zumindest nicht. Vielleicht liegt es an Ihrem Gerät. Es gibt ja da solche und solche. Ich könnt Ihnen was erzählen. Warum legen Sie Ihr Toupet nicht ab? Und sich gleich dazu. Lassen Sie mich einfach spielen.
Ettore Schmitz / http://plusblog.typepad.com/gunstgreis/ (3.8.07 15:32)
Ja. Sie haben (nein, sind!) die Lösung…
Haach..
Sirenös E. HingebSchmitz
Ettore Schmitz / http://plusblog.typepad.com/gunstgreis/ (3.8.07 15:36)
OhhhMANN!! Jetzt sehe ich natürlich auch, warum das bei Ihnen nicht passieren kann, mit dem Toupet….
Meine Güte! Grundgültiger!
Hier geh ich nicht mehr weg.
Ihr
Eternity Schmitz
P.S. Aber auch Ihr Spiel mit dem Gerät ist…. unbeschreiiiiiiiii
FrauvonWelt / Website (3.8.07 15:41)
Oh sorry, manchmal gehen die Töne irgendwie mit mir durch.
Erdge Schoss / Website (3.8.07 17:19)
Ohne dass ich jetzt hier über Gebühr stören will, aber wir wären jetzt alle soweit für an den Strand. Kühlbox randvoll mit Mai-Tai, Gläser im seperaten Körbchen. Jetzt müsste nur noch wer die Badeschläppchen …
FrauvonWelt / Website (3.8.07 17:32)
Sie stören aber über Gebühr, Herr Schoss. Wir sind schon lange soweit, soweit weg, wies weiter weg nicht geht. Randvoll mit MaiTai sind wir auch schon, die Gläser sind längst zersprungen, und die Badeschlappen, ach herrje, die brauchen wir nicht, wir können auch ohne baden. Hier halten Sie mal mein Schifferklavier, ich muss mal ganz dringend ins Wasser.
Platsch!
Erdge Schoss / Website (3.8.07 19:34)
Das ist mir jetzt aber unangenehm, liebe FrauvonWelt. Hätte ich das gewusst … Und was mache ich jetzt mit dem Schifferklavier, dem kolossalen? Ein Feuerchen?
FrauvonWelt / Website (3.8.07 21:56)
Ich glaub, Ihr Schuh brennt, Herr Schoss.
Ettore Schmitz / http://plusblog.typepad.com/gunstgreis/ (4.8.07 10:17)
Wow.
War das eine „Night in Florence“. Divine!
Schade, daß wir schon zurückmüssen. Haste alles eingesammelt, liebe FlorencevonWelt? Dann starten wir durch – mit noch zitterndem Geäst….
Retourkutscher St. Exuperiore Schmitz
poetin / Website (5.8.07 23:02)
oh wie schön. ein gedicht. gerne öfter. hätte ich gar nicht gedacht, dass hier auch die poesie raum hat. wie schööööön …
Horizontale Integration « FrauvonWelt sagte
[...] Integration optimiert den Informationsfluss. Deswegen kann FrauvonWelt auch Heine auswendig. Geht ganz einfach. Gedicht lesen, rechte Hirnhälfte anschalten, links ist sowieso immer an, [...]
Horizontale Integration at FrauvonWelt sagte
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