FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

Kopflos

Verfasst von frauvonwelt am August 13, 2007

Die Zeiten waren andere. Dietrich von Hohenfels, berüchtigtster Raubritter von Burg Reichenstein, ritt aus, um zu tun, wozu er sich berufen fühlte. Er nahm, was ihm beliebte und tötete, was er hasste. All das tat er mit einem ständigen Grinsen im Gesicht. Selbst wenn er schlief, verschwand das Grinsen nicht aus seinem Gesicht. Das Blut seiner Opfer tränkt noch heute die Geschichten dieses Helden.

Eine jedoch ließ er leben: FrauvonWelt. Er raubte sie aus ihren Gemächern, nahm sie mit auf seine Burg und machte sie zur Burgherrin. Reichenstein wurde zur größten, schönsten und reichsten Burg des Landes. Neun Kinder, alles Jungen, wuchsen hinter den mächtigen Mauern heran. Ein Leben außerhalb gab es nicht für sie. Oft saßen sie auf den Mauern, schauten hinab auf den Rhein, mit seinen ewig unbezwingbaren Wassermassen. Sie schauten in den Himmel, sahen die Vögel, die ihnen Geschichten aus anderen Welten erzählten. Und sie sahen die Berge und Wälder, in denen sie so gerne gespielt hätten. Gefangen waren sie, gekettet an die Untaten ihres Vaters.

Dieser wurde seinen Ruf als mörderischer Raubritter nie los. Ständig versuchte man ihn und seine Familie auszulöschen. Zuviel Leid hatte er den Menschen angetan. Die Angriffe gegen ihn und die Burg wurden jedes Jahr schlimmer. Ein Verlassen der Burg war bald nicht mehr möglich. Wer es versuchte, fand sich schon bald an einem Baum hängend wieder. Als Dietrich von den Mannen des Königs gefasst wurde, ging ein seltsames Raunen durch den Felsen, auf dem Burg Reichenstein thronte. Der Himmel war schwarz. Der Tod war ihm nun sicher. Dietrich flehte nicht um sein Leben, jedoch um das seiner Söhne. Es sollte ihnen gewährt werden, so Dietrich es schaffe, mit abgeschlagenen Haupt an der Reihe seiner Söhne vorbei zu laufen. Der Kopf fiel und die Beine liefen.

Seine Söhne wuchsen heran. Seine FrauvonWelt war von diesem Tage an jedoch spurlos verschwunden. Niemand hat sie je wieder gesehen. Selbst ihr Leichnam wurde nie gefunden. Einige sagen, er habe sie mit sich genommen. Andere sagen, ihr Geist hause tief im Innern des Burgfelsen und warte auf den Tag, da Dietrich zurückkehren würde.

Hunderte von Jahren mussten vergehen, Mauern fielen ein, wurden aufgebaut und fielen wieder ein. Kriege wurden geführt und verloren. Dann kam E. Schmitz und kaufte die Burg. Immer wenn er durch die kalten Gänge der Burg schlurfte, grinste er. Selbst wenn er schlief, verschwand das Grinsen nicht aus seinem Gesicht.

Eine Antwort zu “Kopflos”

  1. frauvonwelt sagte

    Erdge Schoss / Website (13.8.07 12:31)
    Aber so kopflos, liebe FrauvonWelt, scheint er doch gar nicht, der werte Burgherr. Oder wissen Sie da mehr als wir?

    Der Codegnom jedenfalls vermutet: NULTI.

    FrauvonWelt / Website (13.8.07 13:26)
    Mein lieber Herr Schoss, ich weiß immer mehr, der Codegnom aber auch. Er ruft: etoRI.
    Jetzt wird’s gespenstisch.

    Westpfalz-Johnny (13.8.07 18:23)
    wie brutal der Rheingau früher war…

    Jesus L. Atschen (13.8.07 21:59)
    Dabei ist doch Friedrich viel schöner. Scheiße. Friedlich wollt ich sagen.

    Erdge Schoss / Website (13.8.07 22:05)
    Gottegott, Herr Johnny, Sie sollten Ihren Atlanten dringend zur Inspektion geben. Mit Rheingau hat das nüscht zu tun, außer dass Sie draufkucken können aufs Geschiefer vom Schatten aus, wo die Nahe fast näher. Aber nur fast.

    Gern geschehen
    Ihr Erdge Schoss

    Westpfalz-Johnny (14.8.07 00:25)
    kann man ja mal die Rheinseite verwechseln…

    FrauvonWelt / Website (14.8.07 11:31)
    Das kann mal passieren, werter Johnny, und wenn man aus der Westpfalz stammt, ist es sogar zu entschuldigen. Zumal der Rheingau, und da haben Sie ja (wieder mal) ganz recht, auch nicht gerade von Engeln bewohnt war.

    Wenn Sie da unten in der Westpfalz hocken, können Sie doch mal gerade bei Herrn Schmitz anklopfen, der ist ja quasi ganz in Ihrer Nähe, und fragen, ob der bald fertig wird mit Katzenkraulen und Terrain sichern.

    Ettore Schmitz / Website (14.8.07 12:29)
    Egon Schmitz quasi als Wiedergänger des kopflosen Altritters, womöglich gar ein Unter-Ich meinerselbst, wie Ihnen diese Dreckspatzen von Randomisierzwergen weismachen wollen: haaach, FrauvonWelt, Sie sind mir eine! Abgesehen davon, daß ich sogar als Ritterer jederzeit gern mit tödlicher (!) Sicherheit Ihretwegen Kopf (und meinetwegen auch den kettengliedrigen Kragen) verloren hätte: aber neun Söhne?! Also bei aller Raubseligkeit, das hätten unsere Alter Egos doch nie so ewig hingezogen. Neun Söhne in einer Nacht: dafür wären wir vielleicht berühmt geworden, aber nicht für blitzlichtgleiches Verschwinden der Lady in Anbetracht eines sicher von den Leiden der Steiglederschen Schlange inspirierten Alptraumes Ihres hervorragenden Glücksritters auf seinem strauchelnden Weg an der verderbten Brut vorbei…
    Nönö. Ansonsten ist die Mahnung angekommen: ich werde in Kürze Ihr Kätzchen streicheln bis die Funken stieben…

    Herzlichst Ihr
    Kunibert von Schmitz zu Katz(enbuckel)

    500beine / Website (15.8.07 11:18)
    Everlasting Grinsen.
    Poor Schmitz.

    Ettore Schmitz / Website (15.8.07 16:49)
    Lachen Sie mich etwa aus, Herr Glumm? Nanana!

    Der
    pure
    Schmitz

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