Susi
Verfasst von Mama am Januar 3, 2008
28 Jahre alt, ledig, schwanger, blond.
Abinote 1,3. Der Vater Anwalt, die Mutter zu Hause. Wohnhaft in Frankfurt. Zwei jüngere Brüder, die endlos nerven.
„Du studierst Jura!“, hat der Vater irgendwann kategorisch festgelegt. Und Susi studierte Jura. Kurz. Dann packte sie die Koffer und ging. Weg von ihrem Vater, ihrer Mutter, ihren nervenden Brüdern. Eine WG in Wiesbaden fing sie auf. Chaos total. Keine Möbel, kein Geld, kein Job, nur diese endlos langen blonden Haare und den vielleicht knackigsten Hintern des Universums. Sie aber wollte es schaffen: Sie schnitt sich die Haare ab. Anschießend sah sie aus, wie alle Frauen aussehen, die sich innerhalb weniger Schockminuten emanzipieren.
Susi hatte ein Einsehen und ging zum nächstbesten Frisör. Der nächstbeste war aber auch zugleich der beste der Stadt. Clemens, der Frisör in hautengen Stretchhosen, wies sie auf ihren Platz und kümmerte sich rührend um das Häufen Elend, das nun vor ihm saß. „Das kriegen wir schon wieder hin.“, säuselte er ihrem Spiegelbild entgegen.
Eine Stunde später war sich Susi sicher, dass sie die Frau im Spiegel nie zuvor in ihrem Leben gesehen hatte. „Wow, bin ich das?“
„Oui, madame, ganz neuer Look, bisschen asymmetrisch, aber sehr feminin. Gefällt es Ihnen?“ Clemens war ein Künstler.
„Gefallen? Das ist fantastisch.“ Susi wäre ihm vor Begeisterung fast um den Hals gefallen.
„CLEMENS? Kommst Du bitte mal?“ dröhnte es sichtlich genervt aus der hinteren Ecke des Salons.
„Ah, Madame du Monde, bin sofort bei dir, Schätzchen, muss eben noch kassieren.“ Clemens wandte sich Susi zu, wurde aber sofort wieder lautstark in die hintere Ecke gezogen.
„NEIN, Du kommst jetzt sofort, sonst brüll ich den Laden hier zu Schrott.“ FrauvonWelt war offensichtlich nicht in bester Laune.
„Sie entschuldigen mich kurz?“ warf Clemens in Susis Richtung und machte sich auf den Weg.
„Aber meine Liebe, was ist denn passiert?“, versuchte er zu beruhigen.
„Nichts ist passiert. Die Welt geht unter. Das heißt, ich! Guck dir das mal an.“ Während FrauvonWelt das sagte, zog sie mit beiden Händen ihre Haare an die Salondecke. Im satten Schwarz leuchteten verboten einige orangefarbene Strähnen.
„Das sieht fürchterlich aus. Du hast recht. Wer hat diese Strähnchen verbrochen?“ Clemens hatte sofort ein Einsehen. Jetzt noch einmal färben ging nicht. Dann hatte er die rettende Idee. Er winkte Susi zu sich heran.
Susi stolzierte erhobenen Hauptes durch den Salon in Richtung keifender Schnepfe. Die beiden Mädels schauten sich giftig an.
Clemens erkannte die Zickenkriegsgefahr sofort, zog Susi auf den Stuhl neben FrauvonWelt und sagte zu eben der: „Schau dir das an. Das machen wir mit dir auch!“
FrauvonWelts braune Rehaugen verwandelten sich in schwarze Stieraugen. „Was machen wir? Ich will nicht blond werden.“
Clemens holte tief Luft: „Okay Süße, pass auf, du wirst nicht blond, deine Farbe ist schwarz, aber schau dir den Schnitt an, der würde dir auch stehen, und dann hätten wir das Problem mit den Strähnen wenigstens halbwegs im Griff. Nächste Woche können wir dann die Farbe ändern.“
FrauvonWelt schaute Susi an. Susi schaute FrauvonWelt an. Es dauerte eine Weile, dann lächelte zumindest Susi.
„Dreh dich mal.“, forderte FrauvonWelt Susi auf.
Susi ließ den Stuhl einmal rotieren und legte anschließend das gleiche zuckersüße Lächeln auf wie zuvor.
FrauvonWelt musterte Susi von oben bis unten, betrachtete lange ihre Schuhe, überlegte und sagte dann: „Okay, wir machen das. Aber ich zahl keinen Pfennig.“
Clemens sank vor Erleichterung gen Boden. Die Freude, seine beste und auch wichtigste Kundin gerettet zu haben, ließ ihm die Knie weich werden.
„Dann zahl ich aber auch nichts!“, hatte Susi die Situation blitzschnell begriffen.
Clemens auch: „Mädels, ihr macht mich wahnsinnig.“
„Wieso?“ stießen Susi und FrauvonWelt unisono hervor.
Dieses WIESO war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Eine halbe Stunde später verließen die beiden Grazien mit den gleichen Frisuren, die eine blond, die andere schwarz mit noch orangefarbenen Strähnen, den Wiesbadener Starcoiffeur ohne einen Pfennig bezahlen zu müssen. Clemens hingegen hatte an diesem Abend eine Mitarbeiterin weniger und einige graue Haare mehr.

Erdge Schoss sagte
Schwarze Haare, blonde Haare, braune Rehaugen, zuckersüß, schicke Schnitten,
herrlich, liebe FrauvonWelt. Doch was war mit Susis Schuhen?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
frauvonwelt sagte
Die, lieber Herr Schoss, haben mich überzeugt. Und: Die wollte ich auch! Wenn schon gleiche Frisur, dann auch gleiche Schuhe.
Herzlich
Ihre FrauvonWelt
ettoreschmitz sagte
Das sind ja Subuniversen, wie sie ärger garnicht sirren, schwirren und pulsierien können. Man wendet sich in gelierendem Synaptikdesaster…
Oh mei.
Staun:
PaarBier Sewillja Schmitz
Erdge Schoss sagte
Egal, liebe FrauvonWelt, wo ich vorbeischaue: überall Promille. Hier Hopfen,
Herrn Schmitz sei Dank. Ich ziehe mich zurück ins Mönchszimmer zum meditieren.
Herzlich
Ihr Buddha Schoss
MC Winkel sagte
Den knackigsten Hintern des Universums, Frau VanWeld, habe ich.
Habe die Ehre.
frauvonwelt sagte
WIESO, Herr Schmitz?
Moment, lieber Herr Schoss,
ich komme mit.
Nun, lieber Herr Winkelsen, haben Sie nicht nur die Ehre, sondern auch die Beweispflicht. Contest?
Herzlich
Ihre FrauvonWelt
Herr Schmidt sagte
Bei dem Hintern-Contest hätte ich aber auch noch ein Wörtchen mitzureden!
Denn einen knackigeren Hintern, als den meinen, wird es nirgends im Universum geben.
Stockfisch sagte
So eine kur hätte ich auch mal nötig. Gibt es von dem netten Friseur die Adresse?
Ähm, aber wer steht Model?
unnikuttan sagte
tolle frau!
Tilla Pe sagte
Sagt ihr Bescheid, wenn der Hintern-Contest in die Live-Version geht?
schneck06 sagte
frauen müssen zum frisör, männer in den krieg. war schon immer so. meint auch herzlich ihr schneck
frauvonwelt sagte
Werter Herr Schmidt,
reden Sie, reden Sie, aber das allein wird nicht reichen, um Ihre These in Stein zu meißeln. Ich bin die Jury. Was sagt Herr Winkelsen?
Lieber Herr Stockfisch,
Model stehen die Herren Winkelsen und Schmidt. Reihen Sie sich ein?
Werter unnikuttan,
den Plural kriegen Sie doch sicher auch hin.
Liebe Tilla-Pe,
ich habe Sie soeben mit in die Jury aufgenommen. Ich denke, den Herren wird es recht sein.
Lieber Herr Schneck,
wo wollen Sie hin? Machen Sie keinen Quatsch. Ziehen Sie sich ‘nen Rock an und kommen Sie mit zum Frisör.
Allerherzlichst
Ihre FrauvonWelt
Herr Schmidt sagte
Von der Kandidatin zum Jury-Mitglied?!? Also geben Sie sich geschlagen. Dachte ich mir. He he
Wann, wie und wo findet der Contest statt und wer sind die
Gegneranderen Kandidaten?frauvonwelt sagte
Werter Herr Schmidt,
wenn jemand Kandidatin war, dann Susi, nicht ich. Ich würde niemals von mir selbst behaupten, den knackigsten Hintern des Universums zu haben, ich weiß ja, dass es stimmt.
Und der werte Herr Winkelsen scheint nicht wirklich heiß auf diesen Contest zu sein. Denken wir uns einfach warum.
Tja, und was machen wir, soll heißen Sie, jetzt mit ihrem Universalhintern, werter Herr Schmidt? Schaffen Sie ihn doch am 26. ins Kurshaus. Dort wäre noch Platz für Ihren Wertesten.
Erwartungfroh und herzlich
Ihre FrauvonWelt
Tilla Pe sagte
Verehrteste FrauvonWelt,
ich fühle mich geehrt, gebauchpinselt und geliebt.
Den Herren wird es sicher Recht sein, schließlich lassen andere sogar die Hosen vor mir herunter und müssen dafür Geld bezahlen
Herr Schmidt sagte
Frau von Welt, ich weiß das sehr zu schätzen, möchte keinen Titel geschenkt bekommen. Wenn es keine Competition gibt, dann gibt es auch keinen Universalhintern.
Gerne würde ich Ihrer Einladung folgen, allerdings weiß ich nicht, ob eine ca. 200 km lange Anfahrt meinem knackigen Hinterteil so gut bekommen würde. Außerdem fällt Ihre Lesung genau in meine Klausurzeit…
Vielleicht ein ander Mal.
frauvonwelt sagte
Liebe Frau Pe,
ich wusste, Sie sind die Richtige. Allein, die Herren hier machen sich rar. Aber neugierig haben Sie mich jetzt schon gemacht. Ein bisschen.
Herzlich
Ihre FrauvonWelt
frauvonwelt sagte
Klausuren, werter Herr Schmidt,
sind für’n Arsch, wenn ich das mal, nur um beim Thema zu bleiben, so drastisch formulieren darf. Sogar und gerade universal gesehen. Ich drück Ihnen trotzdem die Daumen und freu mich auf das andere Mal.
Herzlich
Ihre FrauvonWelt
Tilla Pe sagte
FrauvonWelt, ich hab ja den Termin notiert. Sollte ich es möglich machen können (ich bin ja, der Göttin sei es gepriesen und getrommelt nicht mehr in Klausur), dann erkennen sie mich an der Tüte mit den Croissants und dem Glas Johannisbeergelee. Vielleicht bringe ich ja auch noch einen
Arschknackigen Hintern mit….