Anna und FrauvonWelt fahren jetzt Ferrari. Wo sie den her haben? Den haben sie sich selbst geschrieben. War nicht so einfach, die richtigen Buchstaben zu finden, aber irgendwann hat es geklappt. Und da stand er dann. Erst war er grün, dann blau, jetzt isser pink. Nun unternehmen die beiden regelmäßig Spritztouren rund um den Globus. In der Regel sitzt
Anna am Steuer, weil sie nicht so gut Autofahren kann, es aber so natürlich am besten lernt. FrauvonWelt hat keine Angst.
Der in frischem Pink lackierte Ferrari sauste mit Lichtgeschwindigkeit unter FrauvonWelts Fenster vorbei. Sie sprang hinein, zielsicher. Das beim Sprung leicht verrutschte lila Kopftuch wurde wieder festgezurrt.
„Hallo Anna, wo geht es heute hin? Nizza oder Monaco oder Sylt?“
„Bottrop, Schätzchen.“, säuselte Anna leise grinsend und gab Gas, „wir fahren zum Apresski nach Bottrop.“
Bottrop also, dachte FrauvonWelt bei sich. Wie schön. Bottrop. Wollte ich schon immer mal hin. Vor allem zum Apresski. Sie zweifelte leicht an Annas Gemütszustand, ließ aber die Dinge wie immer auf sich zukommen und genoss die Fahrt.
Zwei Sekunden später waren sie da. Drei Sekunden später schon in Essen.
„Anna, Du musst umdrehen. Bottrop war schon.“
Anna bremste, drehte und schob den Ferrari zurück nach Bottrop. Einfach zu schnell für eine Punktlandung in Bottrop.
Der Wagen hielt vor dem Alpincenter.
„Kannst Du Ski fahren, Anna?“
„Nö, Du?“
„Nee, ich auch nicht. Was machen wir dann hier?“
„Da sein.“
„Spitzenidee Anna. Einfach nur da sein. Klasse.“
Die beiden Mädels betraten das Hallenspektakel, schlenderten zur Bar, schauten zuerst auf die in wattierte Anzüge gepackten Gestalten, dann sich an, und verließen in Lichtgeschwindigkeit die Lokalität.
„FrauvonWelt?“
„Ja!“
„Wir sollten unsere Taktik ändern.“
„Unbedingt, Anna.“
„Einfach nur da sein ist gut, aber der Ort muss stimmen.“
„Was hälst du von Hamburg? Ich muss dort noch eine Einladung abgeben. Wenn ich das erledigt habe, können wir ja einfach noch ein bisschen da sein.“
„Super. Wer kriegt die Einladung?“
„Matt.“
„Matt? Mein Matt? Mein Reeperbahn-Matt?“
„Dein Matt? Anna, jetzt werd mal nicht kleinlich. Wir haben doch bisher auch alles geteilt.“
„Okay, steig ein. Wir fahren nach Hamburg.“
Wie immer war Matt nicht zu Hause, sondern suchte Tomaten auf irgendeinem Flohmarkt. Anna zückte kurz ihr Stemmeisen um die Wohnungstür zu öffnen. Im Innern erwartete die beiden eine Oase der Wohnlichkeit. Wow. FrauvonWelt legte die Einladung auf den Küchentisch. So, nun zum Wesentlichen. Die beiden setzten sich auf das alles verschlingende Sofa und waren einfach nur da.
„Anna?“
„Ja.“
„Anna, ich hab das Gefühl, das Sofa frisst mich.“
„Komisch, ich hab das gleiche Gefühl.“
„Anna?“
„Ja?“
„Anna, ich komme hier nicht mehr raus.“
„Komisch, ich auch nicht.“
„Anna, ich glaube, das ist gar ein Sofa.“
„FrauvonWelt, mach jetzt keine Witze, schreib die Geschichte richtig. Schreib, das wir auf einem schönen, kuscheligen Sofa sitzen.“
„Geht nicht.“
„Wieso geht das nicht?“
„Weiß ich nicht, es geht einfach nicht. Ich kann das nicht denken. Ich denke gerade, dass das Ding uns auffrisst.“
„Scheiße, lass mich mal….“