FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

Archiv für 'Lyrikwelt' Kategorie


Horizontale Integration

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 3, 2007

FrauvonWelt kann links und rechts. Gleichzeitig.

Horizontale Integration optimiert den Informationsfluss. Deswegen kann FrauvonWelt auch Heine auswendig. Geht ganz einfach. Gedicht lesen, rechte Hirnhälfte anschalten, links ist sowieso immer an, Gedicht noch mal lesen, fertig. Gedicht im Kopf.

Lyrik bringt die Gehirnhälften ins Gleichgewicht. Jeden Tag ein paar Zeilen, und schon stellt sich dieses Ich-liege-in-der-Hängematte-Gefühl im Hirn ein.

Was aber macht FrauvonWelt mit Heine im Kopf? Goethe zitieren zum Beispiel. Das ist dann die vertikale Integration.

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Philine

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 1, 2007

Singet nicht in Trauertönen
Von der Einsamkeit der Nacht!
Nein, sie ist, o holde Schönen,
Zur Geselligkeit gemacht.

Wie das Weib dem Mann gegeben
Als die schönste Hälfte war,
Ist die Nacht das halbe Leben
Und die schönste Hälfte zwar.

Könnt ihr euch des Tages freuen,
Der nur Freuden unterbricht?
Er ist gut, sich zu zerstreuen,
Zu was anderm taugt er nicht.

Aber wenn in nächt’ger Stunde
Süßer Lampe Dämmrung fließt
Und vom Mund zum nahen Munde
Scherz und Liebe sich ergießt.

Wenn der rasche lose Knabe,
Der sonst wild und feurig eilt,
Oft bei einer kleinen Gabe
Unter leichten Spielen weilt;

Wenn die Nachtigall Verliebten
Liebevoll ein Liedchen singt,
Das Gefangnen und Betrübten
Nur wie Ach und Wehe klingt:

Mit wie leichtem Herzensregen
Horchet ihr der Glocke nicht,
Die mit zwölf bedächt’gen Schlägen
Ruh’ und Sicherheit verspricht!

Darum an dem langen Tage
Merke dir es, liebe Brust:
Jeder Tag hat seine Plage,
Und die Nacht hat ihre Lust.

(Goethe: Wilhelm Meister)

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Konstruktive Selbstkritik

Verfasst von frauvonwelt am November 23, 2007

Meine Schwäche
war
mein Gefühl
der Überlegenheit

Das habe ich
überwunden
Jetzt bin ich
vollkommen

(Erich Fried)

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Ich weiß nicht was soll es bedeuten

Verfasst von frauvonwelt am August 2, 2007

FrauvonWelt saß heute am Rhein und dachte an Heine. Wenn sie nicht weiß, was sie denken soll, oder welchen Gedanken zuerst, dann denkt sie an Heine. Viele seiner Gedichte kennt sie auswendig. Die hat sie irgendwann einfach mal gelernt, damit wenigstens etwas Ordnung im Kopf ist. Das hilft. So auch heute. Nein, FrauvonWelt singt das nicht:

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.

Man muss sie nicht stellen, die Schuldfrage.

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