FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

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Eine Nacht mit Schneck

Verfasst von frauvonwelt am Januar 24, 2008

„Susi? Willst Du den Film noch zuende gucken?“
„Nee, ich bin schon eingeschlafen.“
„Willste noch nen Tee?“
„Gute Idee. Haste auch noch was zu essen? Ich hab Hunger.“
FrauvonWelt schmiss die Fernbedienung ins Kissen und schlurfte in die Küche. Susi lag mit offenen Augen auf dem Sofa, eine Hand auf ihrem runden Bauch, die andere im Nacken zur Faust geballt. Warum…?
„Susi? Kekse oder Baumkuchen?“
„Beides.“
FrauvonWelt packte Teekanne und Tassen, Kekse und Baumkuchen auf das alte Silbertablett ihrer Oma, stellte es neben Susi auf den Tisch und sah die Tränen über Susis Wangen kullern.
„Oh nee, kriegst du jetzt wieder so einen sentimentalen Anfall?“
Susi versuchte ein wenig zu lachen: “Nein, war nur ein kurzer Anflug, ist schon vorbei.”
„Willst du mir eigentlich nicht mal erzählen, was damals passiert ist in der einen Nacht mit IHM?“ FrauvonWelt hatte schon so oft gedrängt, die Geschichte zu erfahren, doch Susi hatte immer geschwiegen.
„Ich kann das nicht erzählen, ich habe dafür keine Worte.“
„Versuch es. Sonst gibt es keine Kekse.“, droht FrauvonWelt.
„Ui, gleich die Höchststrafe?“
„Ja.“

Susi setzte sich auf und schwieg eine Weile. Dann fing sie an zu erzählen. Sie erzählte wie es damals war. In dieser einen Nacht in Berlin. Dieser einen Nacht mit Schneck.

Fortsetzung live am Samstag im Kurshaus.

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3 x 33 Wahrheiten (2)

Verfasst von frauvonwelt am Januar 17, 2008

34. FrauvonWelt hatte mal einen C64.
35. FrauvonWelts erstes Auto war ein weißer Polo.
36. FrauvonWelt hat mal ein Exhibitionist gezeigt, was er hat.
37. FrauvonWelt liebte die Apfelpfannkuchen ihrer Großmutter.
38. FrauvonWelt hatte mal einen Hund.
39. FrauvonWelt ist früher auf jeden, wirklich jeden, Baum geklettert.
40. FrauvonWelt war mal Schokoholikerin.
41. FrauvonWelt isst gar nicht so viele Erdnüsse, wie sie immer sagt.
42. FrauvonWelt liebt ihren Vater für die Rumpsteaks, die er braten kann. Mit Spiegelei drauf.
43. FrauvonWelt ist früher Skateboard gefahren wie blöd.
44. FrauvonWelt hatte früher immer die Haare rot, heute sind sie fast schwarz.
45. FrauvonWelt hat seit zehn Jahren keine Cola mehr getrunken.
46. FrauvonWelt wird von Cola light speiübel.
47. FrauvonWelt würde gerne mal wieder nach Paris.
48. FrauvonWelt findet Fastnacht gar nicht lustig.
49. FrauvonWelt hat eine Märchenerzählerin zur Mutter.
50. FrauvonWelt bringt fast nichts aus der Fassung.
51. FrauvonWelt erfindet gerne die Welt neu.
52. FrauvonWelt hat einen Schreibtisch aus Glas.
53. FrauvonWelt kauft auch manchmal neue Schuhe.
54. FrauvonWelt wird für ihre Kochkünste gelobt.
55. FrauvonWelt ist nie gerne in den Kindergarten gegangen.
56. FrauvonWelt ist mal von zu Hause weggelaufen. Als sie drei Tage später wieder in der Schule war, baute sich ihre Englischlehrerin(zugleich Klassenlehrerin) vor ihr auf und verlangte: Du sagst mir jetzt sofort, wo du warst!
57. FrauvonWelt kann Englisch nicht leiden.
58. FrauvonWelt mag keine unechten Fingernägel.
59. FrauvonWelt hat früher nächtelang gepuzzelt. Selbst heute träumt sie noch von dem großen Neuschwanstein-Puzzle mit 5000 Teilen. Kinderspiel.
60. FrauvonWelt hat Schuhgröße 37.
61. FrauvonWelt konnte alle möglichen Kindersprachen. Hühnersprache, Räubersprache, Löffelsprache, mit ihrer besten Freundin hat sie sogar selbst eine erfunden.
62. FrauvonWelt muss immer lächeln, wenn sie ein Akkordeon sieht oder hört. Selbst gespielt hat sie schon lange nicht mehr.
63. FrauvonWelt war mal mit einem berühmten Blogger im Bett.
64. FrauvonWelt hat sich einen neuen Rock gekauft. Todschick.
65. FrauvonWelt hat einen kleinen Bruder, der ganz schön große Sachen macht.
66. FrauvonWelt lässt sich gerne zu einem Fünf-Gänge-Menü einladen.

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3 x 33 Wahrheiten (1)

Verfasst von frauvonwelt am Januar 11, 2008

  1. FrauvonWelt hat keinen Fernseher.
  2. FrauvonWelt war am 25. Mai 1983 beim Champions League Finale Juventus Turin gegen HSV in Athen. Natürlich weiß FrauvonWelt, wer wann das Tor geschossen hat.
  3. FrauvonWelt kann kaltes Wasser nicht leiden. Nicht mal zum Zähneputzen.
  4. FrauvonWelt kam im Alter von 5 Jahren in den Turnverein, mit 16 hörte sie auf mit den Verrenkungen. Aber Vereinsmitglied ist sie immer noch. Sie hat sogar die silberne Vereinsnadel für 25-jährige Mitgliedschaft.
  5. FrauvonWelt war mal im Tennisverein, aber nicht lange.
  6. FrauvonWelt hat mal geraucht. Lange.
  7. FrauvonWelt liebt Spiegeleier, wenn sie von beiden Seiten gebraten sind.
  8. FrauvonWelt liebt heute wie damals Southern Comfort.
  9. FrauvonWelt braucht zum Frühstück schwarzen Kaffee und Croissants.
  10. FrauvonWelts erster Freund war Maurer. Irgendwann war die Mauer zwischen Ihnen zu hoch.
  11. FrauvonWelts erster Kinofilm hieß „Frankenstein“. Sie hat die ganze Zeit unterm Sitz gesessen.
  12. FrauvonWelt kann Telefonieren nicht leiden. Tut es aber unentwegt.
  13. FrauvonWelt hat ihre erste Pizza in der Türkei gegessen. Pizza Hut in Bursa. Die Verzweiflung war groß.
  14. FrauvonWelt stand mit zwölf Jahren auf dem Eiffelturm und hat ihr Leben geplant.
  15. FrauvonWelt hatte schon mal Kopfläuse.
  16. FrauvonWelt hat sich schon immer die Beine rasiert.
  17. FrauvonWelt hätte gerne zwei Kinder und einen Mann mit dunklen Locken.
  18. FrauvonWelt hat früher viel gemalt. Sogar manch einen Wettbewerb gewonnen.
  19. Das schönste Kompliment bekam FrauvonWelt von einer Frau.
  20. FrauvonWelt hat schon mal eine Frau geküsst.
  21. FrauvonWelt mag stürmisches Wetter, Steilküsten und Naturgewalten.
  22. FrauvonWelt kann unerträglich stur sein.
  23. FrauvonWelt durchschaut ihr Gegenüber fast immer.
  24. FrauvonWelt hat ungefähr 195 Parfümflaschen im Bad.
  25. FrauvonWelt hat mal ihren Deutschlehrer geküsst und ihn dann stehen lassen.
  26. FrauvonWelt hatte mal ein ziemlich langes Gespräch mit einem Mann, den man beschuldigte, eine Frau vergewaltigt zu haben. Sie ist heute noch überzeugt davon, dass er es nicht war. Er hat trotzdem gesessen.
  27. FrauvonWelt liebt ihr Fitness-Studio und ihren Trainer sowieso. Hach, dieser Body.
  28. FrauvonWelt kann es nicht leiden, wenn ihr BH nicht zum Slip passt.
  29. FrauvonWelt ist mit 14 das erste Mal Motorrad gefahren und hat sich fürchterlich auf’s Maul gelegt. Natürlich ohne Helm.
  30. FrauvonWelt konnte man als kleines Kind stundenlang irgendwo sitzen lassen, sie kam nie auf die Idee wegzukrabbeln. Sie hat nur dagesessen und mit ihren großen Augen die Welt betrachtet. Auch heute noch eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.
  31. FrauvonWelt hatte im Alter von fünf Jahren eine Impf-Polio und war hüftabwärts gelähmt.
  32. FrauvonWelt hat sich damals geschworen, nie wieder ein Krankenhaus zu brauchen. Bis heute hat sie das geschafft.
  33. FrauvonWelt war mal in Las Vegas und hat gemerkt, sie wäre dort hoffnungslos verloren. Spielkind.

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Hotelzimmer

Verfasst von frauvonwelt am Januar 10, 2008

FrauvonWelt gesteht: Auch Sie war in dem graphologischen Hotelzimmer des Herrn Schoss.

Es geschahen seltsame Dinge mit Füllfederhaltern und auch sonst. Es wurden Geschichten geschrieben von Kurven, Schieflagen, Seitensprüngen und Auslassungen. Von Verbundenheit, Zusammengehörigkeit, Regelmäßigkeiten, von Groß und klein.

Das Ergebnis war eindeutig:

FrauvonWelt gibt sich sehr beherrscht bzw. diszipliniert (ist es aber eigentlich nicht!)
und besitzt einen ausgeprägten Ordnungssinn. (Sie wüsste genau, wie das Chaos auf ihrem Schreibtisch zu bewältigen wäre.)

Sie ist sinnlich, warmherzig, gemütlich und phantasievoll. (Ja!!)
Im Großen und Ganzen wirkt sie gelassen bis uninteressiert (ja!!!),
wenn sie aber von einer Sache überzeugt ist, überrascht sie
ihre Umwelt durch ihr überschwängliches und begeisterungsfähiges Auftreten. (Ja??)

Sie ist lebhaft und kontaktfreudig. (Ist aber am liebsten allein.)
Mit viel Verständnis für die Belange anderer. (Lieblingsspruch: Ich versteh die Welt nicht mehr!)

FrauvonWelt ist anderen Menschen gegenüber immer offen und aufgeschlossen.
Der Umgang mit Menschen macht ihr Spaß,
der ideale Arbeitsplatz ist da, wo Erdnüsse rumstehen.

Sie ist ein sehr humorvoller Mensch, bemüht sich, mit diesem Humor niemanden zu verletzen. (Gelingt ihr allerdings nie.)

FrauvonWelt legt sehr viel Wert darauf, dass sie von der Umwelt ernst genommen wird.
Privat- und Berufsleben trennt sie sehr stark voneinander. (Ja, bitte! Aber Trennung geht nicht. FrauvonWelt denkt ganzheitlich!)

Hotelzimmer buchen!

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Ein Tänzer

Verfasst von frauvonwelt am Januar 8, 2008

Wir alle wissen es: Erst beim Tanzen spüren wir wahre Leidenschaft. Leidenschaft, die unter die Haut geht, ins Blut, ins Großhirn sogar. Laut muss sie sein und gut. Sehr gut. Die beste. Und da wird es schon eng mit der Auswahl. Wäre da nicht noch Wigald Musenacker, fiele die Wahl leicht. So aber.
FrauvonWelt entscheidet sich nach langen Sekunden dann doch für: WHAM! Yeah, yeah, und nun alle auf die Tanzfläche! Herr Schmidt macht vor, wie’s geht!

Herr Schmidt, tanzen Sie!

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Heiligabend bei FrauvonWelt

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 25, 2007

FrauvonWelt hatte ihr Wohnzimmer dieses Jahr besonders hübsch hergerichtet. Millionen Lichter und Sternchen glänzten um die Wette mit ihrem Kleid. Doch dann fing die Warterei an. Das Christkind wollte einfach nicht kommen. FrauvonWelt dachte noch einmal an ihren Wunschzettel. Stand alles drauf. Sogar die Uhrzeit. Verwechslung ausgeschlossen. Oder hatte sie doch etwas vergessen? Die Stadt? Die Hausnummer?

Plötzlich rieselte Sternenstaub durch das Zimmer, himmlische Musik erklang, das Christkind:

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Gemischte Sauna: Eine Frage der Gleichberechtigung

Verfasst von frauvonwelt am November 11, 2007

FrauvonWelts sonntägliche Spinningstunde im Fitnesstreff beginnt wie so oft mit anspruchsvoller Konversation. Thema: Sauna.
„Iss ja so gesund.“
„Jaja.“
„Und auch gut gegen Muskelkater.“
„Jaja.“
„Meine Haut ist auch viel besser geworden, seit dem ich in die Sauna gehe.“
„Ach ja.“
Horst schaltet sich ein: „Hey Mädels, wisst ihr eigentlich, dass nur ihr hier ne eigene Sauna habt. Wir Männer haben nur gemischt. Ist doch ungerecht. Da reden immer alle von Gleichberechtigung und wir Männer werden hier so vernachlässigt.“
FrauvonWelt sitzt inzwischen schon auf dem Rad und strampelt sich warm: „Du fühlst dich also in der gemischten Sauna vernachlässigt?“
Horst: „Ja, total.“
FvW: „Aber doch nicht, weil es keine Männersauna gibt.“
Horst: „Äh, nein, natürlich nicht. Sondern weil ihr Frauen da immer allein in eurer Sauna hockt.“
FvW: „Ach so, du willst also gar keine Sauna für Männer. Du willst gerne ne Frau sein.“
Horst: „Genau, wenn schon Gleichberechtigung, dann richtig.“

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Happy Birthday

Verfasst von frauvonwelt am Oktober 31, 2007

Eines Nachts stand es vor mir. Ein giftgrüne Blasen werfendes, sabberüberströmtes Testikelhochregal. Es begehrte Einlass in mein knochenschinkenumrahmtes Schwarzbrotuniversum. Er wurde gewährt. Das war der Anfang einer unbeschreiblichen Reise.

Seine Fähigkeiten waren und sind schier unglaublich. Vom Testikelhochregel, dem ich übrigens sehr schnell das Sabbern abgewöhnt hatte, verwandelte es sich nullkommagarnichts in einen Verbaltomatenvogelmann, der wiederum in der Lage ist durch radikales Loslassen von faszialen oder bindegewebeartigen Strukturen eine Entspannung der Hirn- und Rückenmarkshäute zu erreichen, was eine verbesserte Funktion des zentralen Nervensystems bewirkt und ihn vor langen Jahren schon zum Badischen Meister im Einzelsynchronschwimmen werden ließ. Die Pathologie rätselt bis heute. Nicht so ich.

Er ist kein Baumwurzelstolperer, dem beim gelegentlichen Wandeln im Walde einmal das Efoi um die Füsse wächst. So weit kommt es erst gar nicht. Zu schnell. Ein rechter synaptischer Hitzeblitz möchte man ausrufen, käme man überhaupt dazu. Denn schon schreit er es selbst in die Welt hinein: Ich bin die Wahrheit. Und das Wort. Hähä.

Manch einer mag sagen, er hat einen an der Waffel. Dem will man nicht widersprechen. Ist ja so. So schön. So schön wie der Nachthimmel aus Makadam mit seinem heimlichen Glitzern ganz tief in die virtuellen Welten hinein. Dort wo die Vorhänge flattern im hellen Wind und auf den Wellen kleine Lichter blitzen. Dort und nur dort. Hachja.

Ein Elefant, ein kopfloser Altritter, ein Trollinger in der Umkleidekabine. Ein Freund des Gartenteiches, Gebüschgurke oder Suppenkellenschwinger. Alles und nichts. Überall und immer gleichzeitig. So ist er. Nur leider wasserlöslich. Weswegen er auch schon mal sein nahes Ende voraussieht. Oioioioioi. Mai Tai getränkt oder wasserbetropft. So nicht. Ich weiß es besser. Ertrinken wird er – in einer richtigen Suppe. Aber vorher werden wir mal locker steinalt. Happy Birthday.

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Amador – einer wie keiner

Verfasst von frauvonwelt am Oktober 12, 2007

19 Uhr, der Wagen fährt vor. FrauvonWelt schwarz, die Haare offen, die Schuhe hoch. Ein sanfter Kuss, charmantes Geplauder während der Fahrt. Sie lächelt. Ein schönes Haus empfängt das Paar mit Herzlichkeit und Champagner. Der perlt hinab wie Glitzerstaub.

Was dann folgt ist ein Reigen molekularer Köstlichkeiten aus der Küche des großen Zauberers. Idiazabal, bitte kräftig kauen bis es bitter wird, dann mit dem Kirschgazpacho ablöschen. Es bizzelt und es zischt auf der Zunge, im Kopf, im Herzen sowieso. Ein Zuckerwattecocoon versüßt weitere Augenblicke. Gurkengelee mit Kaviar und Borretsch – ein Löffelchen nur und der Gaumen explodiert. Der in Stickstoff gefrostete Gin Tonic vermag das Feuer der Liebenden nicht zu löschen. Sanfte Rauchschwaden verflüchtigen sich im Dämmerlicht des Raumes. Der Chardonnay belebt die Stimmung und verbindet zwei Hände, die Herzen sowieso.

Carabineros, Jacobsmuscheln, Entenleber, Iberico, Melonen-Sangria, das Fest der Sinne hat begonnen. Er droht in der Tiefe ihrer Augen zu ertrinken. Sie denkt nicht an Rettung. Genießt sein Verlangen mit den Aromen von Aprikose, weißer Schokolade, Minze, Karamell, Erdnußkrokant und Maldonsalz.

Auf der Rückfahrt zählt sie die Sterne. Es gibt nur einen. Einen wie keinen.

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Philippa Marlowe - IT Specialist

Verfasst von frauvonwelt am September 4, 2007

Auf der Riffelglasscheibe der Tür steht mit abblätternder schwarzer Farbe: „Philippa Marlowe…IT Netzwerke/Support, IT Application Development und IT Consulting“. Es ist eine recht schäbige Tür am Ende eines recht schäbigen Korridors, in einem Gebäude von der Sorte, wie sie ungefähr in dem Jahr entstanden, als das Kachelbad das Fundament der Kultur wurde. Die Tür ist zugeschlossen, aber nebenan ist noch eine Tür mit der gleichen Aufschrift, die nicht zugeschlossen ist. Kommen Sie rein – es ist niemand da, nur ich.

Es war gegen zehn Uhr abends, Anfang September, ein Tag ohne Sonne mit klarer Sicht auf das Hoftor, was im klatschkalten Regen stand. Ich trug meine kobaltblaue Jeans mit weißem T-Shirt. Ich hatte gerade die Festplatte meines Computers formatiert und einen Großteil meiner Daten verloren. Das kommt vor in meinem Business. Ich zündete mir eine Zigarette an und machte es mir mit den Füßen auf dem Schreibtisch bequem. Ich versuchte, mir ins Gedächtnis zu rufen, welche Daten verloren gegangen sind. Vergebens. Ich wollte doch nicht länger darüber nachdenken und versuchte ein Gespräch mit der Schmeißfliege zu beginnen, die schon seit Stunden in meinem Büro umherschwirrte. Ich wartete darauf, dass sie sich niederließ. Sie wollte sich nicht niederlassen. Sie wollte einfach Loopings machen und den Prolog zu Bajazzo singen. Ich hielt die Fliegenklatsche hoch in der Luft, fertig zum Zuschlagen. Nein, ich war nicht gereizt. Auf der Schreibtischecke war ein heller Flecken Sonnenlicht, und ich wusste, früher oder später würde sie dort landen. Aber als sie landete, sah ich sie nicht gleich. Das Surren hörte auf, und da saß sie. Und dann klingelte das Telefon.

Langsam und geduldig, zentimeterweise, streckte ich meine linke Hand danach aus. Langsam nahm ich den Hörer auf und sprach sanft hinein: “Bitte warten Sie einen Augenblick.“

Ich legte den Hörer behutsam auf die braune Fließpapier-Unterlage. Die Fliege war noch da, glänzend, blaugrün und voller Schlechtigkeit. Ich holte tief Atem und schlug zu. Was von ihr übrig war, flog halb durch den Raum und fiel auf den Teppich. Ich ging hin, nahm sie an ihrem heilen Flügel und ließ sie in den Papierkorb fallen.

„Danke, dass Sie gewartet haben“, sprach ich in den Hörer.

(Raymond Chandler für FrauvonWelt)

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