FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

Archiv für 'Pumpernickelwelt' Kategorie


3 x 33 Wahrheiten (1)

Verfasst von frauvonwelt am Januar 11, 2008

  1. FrauvonWelt hat keinen Fernseher.
  2. FrauvonWelt war am 25. Mai 1983 beim Champions League Finale Juventus Turin gegen HSV in Athen. Natürlich weiß FrauvonWelt, wer wann das Tor geschossen hat.
  3. FrauvonWelt kann kaltes Wasser nicht leiden. Nicht mal zum Zähneputzen.
  4. FrauvonWelt kam im Alter von 5 Jahren in den Turnverein, mit 16 hörte sie auf mit den Verrenkungen. Aber Vereinsmitglied ist sie immer noch. Sie hat sogar die silberne Vereinsnadel für 25-jährige Mitgliedschaft.
  5. FrauvonWelt war mal im Tennisverein, aber nicht lange.
  6. FrauvonWelt hat mal geraucht. Lange.
  7. FrauvonWelt liebt Spiegeleier, wenn sie von beiden Seiten gebraten sind.
  8. FrauvonWelt liebt heute wie damals Southern Comfort.
  9. FrauvonWelt braucht zum Frühstück schwarzen Kaffee und Croissants.
  10. FrauvonWelts erster Freund war Maurer. Irgendwann war die Mauer zwischen Ihnen zu hoch.
  11. FrauvonWelts erster Kinofilm hieß „Frankenstein“. Sie hat die ganze Zeit unterm Sitz gesessen.
  12. FrauvonWelt kann Telefonieren nicht leiden. Tut es aber unentwegt.
  13. FrauvonWelt hat ihre erste Pizza in der Türkei gegessen. Pizza Hut in Bursa. Die Verzweiflung war groß.
  14. FrauvonWelt stand mit zwölf Jahren auf dem Eiffelturm und hat ihr Leben geplant.
  15. FrauvonWelt hatte schon mal Kopfläuse.
  16. FrauvonWelt hat sich schon immer die Beine rasiert.
  17. FrauvonWelt hätte gerne zwei Kinder und einen Mann mit dunklen Locken.
  18. FrauvonWelt hat früher viel gemalt. Sogar manch einen Wettbewerb gewonnen.
  19. Das schönste Kompliment bekam FrauvonWelt von einer Frau.
  20. FrauvonWelt hat schon mal eine Frau geküsst.
  21. FrauvonWelt mag stürmisches Wetter, Steilküsten und Naturgewalten.
  22. FrauvonWelt kann unerträglich stur sein.
  23. FrauvonWelt durchschaut ihr Gegenüber fast immer.
  24. FrauvonWelt hat ungefähr 195 Parfümflaschen im Bad.
  25. FrauvonWelt hat mal ihren Deutschlehrer geküsst und ihn dann stehen lassen.
  26. FrauvonWelt hatte mal ein ziemlich langes Gespräch mit einem Mann, den man beschuldigte, eine Frau vergewaltigt zu haben. Sie ist heute noch überzeugt davon, dass er es nicht war. Er hat trotzdem gesessen.
  27. FrauvonWelt liebt ihr Fitness-Studio und ihren Trainer sowieso. Hach, dieser Body.
  28. FrauvonWelt kann es nicht leiden, wenn ihr BH nicht zum Slip passt.
  29. FrauvonWelt ist mit 14 das erste Mal Motorrad gefahren und hat sich fürchterlich auf’s Maul gelegt. Natürlich ohne Helm.
  30. FrauvonWelt konnte man als kleines Kind stundenlang irgendwo sitzen lassen, sie kam nie auf die Idee wegzukrabbeln. Sie hat nur dagesessen und mit ihren großen Augen die Welt betrachtet. Auch heute noch eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.
  31. FrauvonWelt hatte im Alter von fünf Jahren eine Impf-Polio und war hüftabwärts gelähmt.
  32. FrauvonWelt hat sich damals geschworen, nie wieder ein Krankenhaus zu brauchen. Bis heute hat sie das geschafft.
  33. FrauvonWelt war mal in Las Vegas und hat gemerkt, sie wäre dort hoffnungslos verloren. Spielkind.

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Abtauchen

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 31, 2007

Die Westfalen-Therme ist ein wunderbarer Ort zum Abtauchen. Warmes Wasser, überall Geblubbers, Sauna, heißes Wasserbett, Cocktailbar – wunderbar. Eine nette Butike, in der es traumhaft schöne mintfarbene Badeanzüge gibt. Beim Kauf von drei Stück gibt es einen rosa Wasserball gratis. Wer spielt mit?
Eines gilt es aber zu beachten: Wer schon mit leichten Halskratzen und leisem Unwohlsein das Terrain betritt, sollte sich nicht wundern, wenn er am nächsten Tag vollends abtauchen muss – im Bett. FrauvonWelts Kurztrip ins Pumpernickelland, um mal eben Mamas und Papas und Schwestern und Brüdern und Onkels und Tanten zu wünschen, was zu wünschen sich anschickt, endete mit einer kratzenden Angina, hämmernden Kopfschmerzen und totaler Bewegungsunfähigkeit.

Nun hockt sie also wieder daheim. Eingewickelt in fünf Strickjacken und drei Schals sieht man sie kaum. Ab und zu lüftet sie das Mündchen um am heißen Kamillentee zu nippen. Susi, Tini und Babsi waren schon da, um sich die letzten Stylingtipps für den Abend abzuholen, konnten sich aber über FrauvonWelts neuestem Wickellook nicht wirklich begeistern.

Was nun? Eine Silvesterparty im Wiesbadener Flagranty ohne FrauvonWelt war nicht denkbar. Susi, Tini und Babsi schauten wehmutsvoll auf ihre superschicken Kleider, die sie extra für diesen Abend gekauft hatten, dann stopften sie alles zurück in die Tüten, schmissen sie in die Ecke und waren sich einig: Wir bleiben hier! Besser noch: Wir machen Fondue!

Die drei wussten nur zu gut um den übervollen Kühlschrank, den die MetzgerstochtervonWelt nach einem Besuch im Pumpernickelland zu bieten hatte.
„Ich hol noch schnell ein paar Erdnüsse“, rief Babsi durch die Kamillenluft und flog durch die Haustür.
„Ich kauf noch schnell Champagner“, waren Tinis Abschiedsworte.
„Ich bleib bei dir“, stöhnte die hochschwangere Susi, die sichtlich erleichtert war, dass sie sich das Partygetummel heute Abend nicht antun musste.

FrauvonWelt, langgestreckt auf dem Sofa, bekam von all dem nichts mehr mit. Eingewickelt in eine Wolldecke war sie längst wieder abgetaucht. Ins mintfarbene Land ihrer Träume.

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Badenixen

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 4, 2007

FrauvonWelt hat eine Kiste gefunden. Mit alten Fotos.

schwestern

Wer von den beiden Badenixen ist FrauvonWelt?

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Happy birthday Daddy

Verfasst von frauvonwelt am Oktober 3, 2007

Ich wünsch Dir Glück für den Rest Deiner Tage. Ich wünsch Dir soviel und eigentlich noch mehr. Ich möchte Dir geben und danken für all Deine Liebe. Doch alles, was ich hab, kommt ja von Dir. Kein Weg, den ich ging, ohne Deine Hand. 70 Jahre wirst Du heute, feierst allein und ganz weit weg.

„Töchterchen“, hast Du gesagt, „die Heuchelei der Gratulanten, die möchte ich mir ersparen. Wer mir wirklich Gutes wünscht, kann das auch an anderen Tagen. Am 3. Oktober werden die Heuchler vor meiner Türe stehen und mir erzählen, wie schön doch die Zeit mit mir war, wie sehr sie sich freuen, mit mir. Die Herren Bürgermeister, Bankdirektoren, Vereinsvorsitzenden, Parteivorstände und all die anderen Heuchler und Neider. Sie werden sitzen und trinken und essen. Und sie werden schwätzen und schwätzen und schwätzen. Nein, nein, mein Töchterchen, dieser Tag gehört mir. Ich werde oben auf einem Berg sitzen, die Welt betrachten und an meine Lieben denken.“

Ach, Papa, möchte ich Dir zurufen, ach, Papa… und dann bricht das Rufen auch schon ab. Soll ich Dir jetzt meine Tränen schenken? Da steht es wieder vor Dir, das kleine Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen, das Kleidchen hübsch zurecht gemacht, die Blümlein in der Hand, die die Mama gekauft hat. Ich hab schon damals nicht singen können, nicht Happy Birthday, nicht Hochsollerleben. Ich hab es trotzdem getan. Ich tue es auch heute. Lauter denn je. Möge es Dich erreichen auf Deinem Berg da oben. Und während ich hier drüber grüble, warum der Ruhm so einsam macht, da höre ich einen da oben, der über all den Quatsch mal wieder ganz laut lacht. Ach, Papa…

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Powershopping in Paderborn

Verfasst von frauvonwelt am Juli 31, 2007

Zwei Stunden Zeit. Mehr nicht. Das Parkhaus öffnet seine Pforten, FrauvonWelt strömt hinein. Ab durch die Liboriusgalerie, links geguckt, rechts geguckt, nein, kein Verweilen. Ab zum Markt. Im Schuhgeschäft nicht die passenden Größen, aber dann ein Manteltraum in traumbraun - gekauft. Weiter geht’s. Ein Blick zum Rathaus. Ja, sieht immer noch so aus wie früher. Der nächste Laden: Hose passt wie maßgeschneidert, weiße Bluse auch, T-Shirt zu eng, fünf andere bitte, okay, drei passen. Dann wieder ein Schuhgeschäft: silberblaue Turnschuhe super, gekauft. Oh je: braune Prada-Stiefel. Die würden super zu dem neuen Mantel passen, auch vom Preis! FrauvonWelt geht ganz tapfer dran vorbei. Nur ein kurzer Blick. Vielleicht nur mal anprobieren? Nein, weitergehen. Nächster Laden: noch ein paar goldene Schuhe, eine Hose, eine Strickjacke, zwei T-Shirts. Reicht’s? Nein, noch ein halbe Stunde Zeit. Noch mal kurz die Stiefel angucken? Nein, lieber nicht. Erst einen Espresso trinken. Nur noch Stiefel im Kopf und volle Tüten in der Hand. Noch einen Espresso bitte. Oder zwei. Oder drei.

Dingdong. Zeit ist um. Na, Gottseidank.

Und die Stiefel? Gekauft! Auf dem Rückweg.

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Mit dem Taxi durch die Vergangenheit

Verfasst von frauvonwelt am Juli 25, 2007

Er fährt Taxi. Er fährt durch meine Straßen. Ich kenne sie fast alle, auch wenn ich seit ewigen Zeiten nicht mehr dort war. Aber wenn er sie heute mit seinem Scheinwerferlicht erhellt, dann bin ich wieder da. Dann bin ich wieder achtzehn, neunzehn, zwanzig und fahre mit weißem Polo und jugendlicher Schwermut durch das nächtliche Schwarz.

Oft waren sie düster diese Straßen meiner Jugend. Anfangs führten sie mich immer ins RedHouse, aber nie dahin zurück, wo ich hergekommen war. Das elterliche Verbot für diesen Laden drang nicht zu mir durch. Verkehrte ich doch schon seit Jahren dort. Kannte ich doch all das, wovor meine Eltern mich glaubten schützen zu müssen, längst. War längst Teil dieser Szene, die aus Verzweiflung so laut schrie, dass jeder Schlaf in dieser Stadt ein Wunder war. Jedes Mal, wenn ich nach einer Nacht im RedHouse die Augen aufschlug, war ich jemand anderes. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wer ich bin. Das aber war schon mein zweiter Tod. Andy hingegen starb nur einmal. Als wir ihn fanden unten in den Toiletten am Domplatz, hätte ich ihn fast nicht erkannt. Wir leerten seine Taschen und liefen und heulten und liefen. Wohin weiß ich bis heute nicht. Am nächsten Morgen, ich wieder ganz das Mädchen aus gutem Hause, überraschte mich meine Mutter mit einem Strauß roter Rosen. Eine Karte: Andreas F. Er hatte noch an meinen Geburtstag gedacht, dieser verdammte Idiot. Dieser verdammte Idiot, nimmt sein letztes Geld und kauft mir Rosen. Ich nahm die Rosen, fuhr zum Domplatz und ging in den Dom. Ich ging wirklich in diesen Dom rein, setzte mich irgendwo hin und spürte nichts. Du wolltest doch aufhören, Du verdammter Idiot, Du hast es mir versprochen, Du hattest es mir verdammt noch mal versprochen. Wir wollten diesen Tag zusammen feiern. Wollten einen Anfang feiern. Ich ließ die Rosen dort und ging mit leerem Herzen. Seit dem hab ich den Dom nie wieder betreten.

Er fährt Taxi. Er fährt durch meine Straßen. Die meisten Namen sind geblieben, einige sind neu, heute so nichtssagend wie damals. Nachdem ich dem RedHouse-Sumpf entkommen war, wurde es, wurde ich schick. Nun ging man ins Playa. Das war da, wo heute das OX ist. Donnerstags war dort der umschwärmteste Tablettschwinger Ostwestfalens unterwegs. Über die Köpfe der tanzenden Massen (Mädels) hinweg, jonglierte er die vollen Gläser immer sicher zum Ort ihrer Bestimmung. Donnerstags waren fast nur Mädels im Playa und alle wollten ihn. Ich lernte ihn irgendwann kennen. Nicht im Playa, sonders auf einer Party. Er hieß Alex und war nicht nur der größte Tablettschwinger, sondern auch der dümmste Hohlschwinger Ostwestfalens. Seitdem ging in donnerstags nicht mehr ins Playa.

Er fährt Taxi. Er fährt durch meine Straßen und erzählt von seinen Fahrgästen. Es sind fast immer andere. Meine waren fast immer die gleichen. Markus, der sich mit einer Kippe auf meinen Sitzen verewigte. Petra, die ewige Petra, die immer so sein wollte wie ich, was ich aber nie verstanden habe. Sabine, die mich gerne in den Armen von Boris gesehen hätte, damit sie sich an Maik ranmachen konnte. Die restlichen Japhets, Volkers, Christophs, Silkes, Steffis und Birgits fuhren mal mehr mal weniger im Kofferraum mit. Oder saßen im nächsten Wagen. Die Frage “Wo gibt’s nachts noch was zu futtern?” haben wir uns auch oft gestellt. Irgendwann hatten wir es raus, dass es eine Pommesbude im Industriegebiet gab, die durchgehend auf hatte. Klar, dort in der Nähe war ja auch der Bienenkorb mit durchgehendem Verkehr.

Er fährt Taxi. Er fährt durch meine Straßen. Er erzählt von den Festen in diesen Straßen. Libori, ein Kuss hoch oben im Riesenrad, Luna-Park, eine Zuckerwatte, die nicht aufhören wollte uns zu verkleben, Schützenfest, ein platter Reifen nachts um ungefähr pi Uhr. Endlos das Feuerwerk. Die Gesichter. Die Geschichten. Die Straßen. Die Jahre.

Er fährt Taxi durch meine Vergangenheit. Einsteigen bitte.

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Europa im Pumpernickelland

Verfasst von frauvonwelt am Juni 25, 2007

Auch in Westfalia kennt man Europa. Man feiert diese Kenntnis alljährlich mit einem schönen Europafestival “mit internationalem Flair”. Warum man das tut, weiß der Kuckuck, der aber ist zu dieser Zeit verreist, wir können ihn also nicht fragen. Anders FrauvonWelt. Sie reist an. Ihre Pumpernickelvorräte sind geschrumpft, was also liegt näher als die Heimat?
Und die ungarischen Mädchen tanzen über den Rathausplatz, dass es eine Pracht ist. Auch bei Regen tanzen und lachen die weiter. FrauvonWelt sieht das alles von ihrem Lieblingsplatz aus. Ihr Lieblingsplatz ist der am Fenster ihres ehemaligen Teeniezimmers. Da oben im zweiten Stock, weit über dem rot leuchtendem Schriftzug, der die Fleischerei ankündigt, sitzt sie heute noch gerne und schaut hinaus.

Als sie klein war, war da unten noch keine Fußgängerzone, in der sich alte Herrschaften in beigen Mänteln von den Erfolgen ihrer Kur berichteten, da waren auch die Bäume anders, die Blumen nicht so üppig, die Autos nicht so unübersehbar viele. Alles zuviel heute. Und Ungarn gab es damals auch nicht. Auch kein Europa, höchstens mal Ostsee, Nordsee oder Holland.
“Kind, mach doch mal die Tür auf.”
“Nein, keine Lust.”
“Musst du dich denn immer einschließen?”
“Ja, sonst kommt ihr ja ständig rein.”
“Was machst du denn da drin?”
“Nichts.”
“Kommst du zum Essen?”
“Nein, kein Hunger.”
Die Musik wird lauter, vor dem dunkler werdenden Horizont trotzt das Riesenrad, die Menschen drehen sich im Kreis und um sich selbst. Sie bewegen sich nicht. Wie ein zähes Band ziehen sie sich durch die Straßen, bumbumbum, rumtata, rumtata, quillt es in ihre Köpfe und nach etlichen Gläsern Bier auch wieder raus. Rumtata, sie tanzen wieder, die ungarischen Kostümmädchen. Die geflochtenen Zöpfe wirbeln den roten Kleidern gleich durch die Lüfte. Ungarn? Wie gut. Wie gut, dass deine großen Musiker das hier nicht hören müssen, wie gut, dass deine großen Dichter das hier nicht sehen müssen. Die moralische Krise Ungarns findet statt auf einem bundesdeutschen Provinzrathausplatz. Kértesz hat das immer gewusst.

Ein Kind schreit nach seiner Mutter und kriegt im nächsten Moment eine gelangt. Breitgrinsende Weiber hängen an Bierbuden, Hunde werden getragen und ein Radfahrer schlängelt sich durch die Massen.

FrauvonWelt wendet den Blick ab, steht auf. In der Küche die Mutter.
“Mama, was gibt’s denn heute Schönes zu essen?”
Sagt sie und legt dabei leicht den Arm um die Schultern ihrer Mutter.

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Das Mädchen mit den Kuhaugen

Verfasst von frauvonwelt am Mai 17, 2007

Mann hat die Männer vor ihr gewarnt. Ohne Erfolg. Sie würde die Männer schlachten. Das stimmt nicht wirklich. Zumindest hat es noch keiner bereut. Jetzt bricht FrauvonWelt ihr Schweigen und berichtet von den Anfängen:
Das Schlachten liegt mir in den Genen. Als Metzgerstochter, die ich nun mal bin, waren mir gleichsam Messer, Elektrozange und Borstenbrenner in die Wiege gelegt. Und kaum konnte ich mich auf den Beinchen halten, schauten meine Äuglein (wahrscheinlich haben sie dabei ihr Wachstum beschleunigt) dem Entstehen von Schnitzel und Co mit größter Aufmerksamkeit zu. Bald schon fanden die Schlachterkittel Gefallen daran, mir die heraus gestochenen Kuhaugen vor die Füße zu kullern. Ich spielte eine Zeit lang damit, war aber von den Rolleigenschaften (die Sehnen waren nicht sauber abgetrennt) nicht sonderlich überzeugt und fand die Dinger dann langweilig. Bis eines Tages (ein großer Tag) der Biologieunterricht mehr Anschaulichkeit verlangte – zumindest war ich dieser Auffassung. Die Augen in der Tüte marschierte ich in die Lehranstalt. Wir hatten Bio in der fünften. In der dritten saß ich beim Direktor. Wir kannten uns gut. Auch mit meinen Eltern pflegte er regelmäßigen Schriftverkehr. Wir plauderte sein übliches Geplauder, dann durfte ich nach Hause.

Nachdem meine Eltern mehrfach von der inzwischen wieder lebendigen Schleimmasse in meiner Tüte angezwinkert wurden, segneten sie mich mit ihren verständnisvollen wenn auch ermahnenden Blicken und fragten sich wahrscheinlich wie jeden Tag seit meiner Geburt: Was soll nur aus diesem Kinde werden?

FrauvonWelt ist sie geworden. Große Augen hat sie immer noch. Und die Sache mit dem Schlachten: Männer, da kann sie nichts dafür.

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Schwesterherzen

Verfasst von frauvonwelt am April 13, 2007

Da es den Interessen gewisser Herren entgegen kommt, hier nun Details über die SchwestervonWelt. Ja, auch sie ist in der Beautybranche tätig, allerdings mehr in der Inneren Abteilung. Unter ihren Händen wird Krankes gesund und Blockiertes kommt wieder in Schwung. Sie legen sich hin und tun eigentlich nichts mehr – nur Entspannen und Genießen – und dann kommen die Hände: CranioSacrale Therapie, erfunden von Dr. John E. Upledger. Warum alternde Männer Therapieformen entwickeln, die dann überwiegend von Frauen ausgeführt werden, mag an der Hand, respektive den Händen liegen. Die von SchwestervonWelt können geradezu Wunder bewirken: Einst brachte sie einen hüftkranken Mittvierziger wieder zum Hüpfen, ihren eigenen Vater machte sie wieder sehend und den Dachschaden unserer FrauvonWelt konnte sie auch einigermaßen wieder reparieren. Seitdem schwingt auch bei FrauvonWelt das Oberstübchen wieder fröhliche Kreise. Kinder fallen unter den schwesterlichen Händen sofort in ein schlafähnliches Hellwachkoma und räumen anschließend freiwillig das ganze Haus auf. Für ganz schwere Fälle gibt es das Upledger Intensivprogramm. Sehr hilfreich.

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Ganz entzückend

Verfasst von frauvonwelt am April 11, 2007

Das schlägt dem Fass den Boden ins Gesicht: FrauvonWelt war im Traktorenmuseum. So was gibt’s wirklich, so was macht sie. Ein Haus voller schöner roterblauergrüner Traktoren. Und ein nicht mal kleines Haus. Dicht an dicht stehen sie da drin. Ob Hanomag, Deutz, Lanz oder MAN – FrauvonWelt hat sie gesehen und berührt und war ganz entzücktentzückt. Nein, sie hat nicht aufgesessen, ist nicht über den nächstgelegenen Acker gebrummt und hat auch sonst nicht versucht, irgendwelchen in ledergewickelten, zweiradmotorisierten Herren (die gab es da zu hunderten) zu imponieren. Sie war einfach nur da und war entzückt. Über sich und die Traktoren. Sie war während der üblichen Öffnungszeiten da und hat die üblichen 5,50 Euro Eintritt bezahlt. Aber was, was hat sie dorthin geführt?

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