19 Uhr, der Wagen fährt vor. FrauvonWelt schwarz, die Haare offen, die Schuhe hoch. Ein sanfter Kuss, charmantes Geplauder während der Fahrt. Sie lächelt. Ein schönes Haus empfängt das Paar mit Herzlichkeit und Champagner. Der perlt hinab wie Glitzerstaub.
Was dann folgt ist ein Reigen molekularer Köstlichkeiten aus der Küche des großen Zauberers. Idiazabal, bitte kräftig kauen bis es bitter wird, dann mit dem Kirschgazpacho ablöschen. Es bizzelt und es zischt auf der Zunge, im Kopf, im Herzen sowieso. Ein Zuckerwattecocoon versüßt weitere Augenblicke. Gurkengelee mit Kaviar und Borretsch – ein Löffelchen nur und der Gaumen explodiert. Der in Stickstoff gefrostete Gin Tonic vermag das Feuer der Liebenden nicht zu löschen. Sanfte Rauchschwaden verflüchtigen sich im Dämmerlicht des Raumes. Der Chardonnay belebt die Stimmung und verbindet zwei Hände, die Herzen sowieso.
Carabineros, Jacobsmuscheln, Entenleber, Iberico, Melonen-Sangria, das Fest der Sinne hat begonnen. Er droht in der Tiefe ihrer Augen zu ertrinken. Sie denkt nicht an Rettung. Genießt sein Verlangen mit den Aromen von Aprikose, weißer Schokolade, Minze, Karamell, Erdnußkrokant und Maldonsalz.
Auf der Rückfahrt zählt sie die Sterne. Es gibt nur einen. Einen wie keinen.
