Im VitaVera in der Frankfurter Gutleutstraße trinkt man exquisiten Espresso. FrauvonWelt setzt sich auf einen der Barhocker (auf die sie immer leicht hinaufspringen muss, weil die viel zu hoch sind, als das man sich elegant setzen könnte) und greift zur Karte, die sie eigentlich gar nicht braucht, weil sie weiß, was sie will. Zwei italienische Augen blicken sie an und lächeln, wie nur die Augen eines Italieners lächeln können. FrauvonWelt visiert das Innere seiner Augen, lächelt gekonnt zurück und bestellt einen Espresso. Zum köstlichen Schwarz serviert Italo unverschämte Kaffeebohnen in Zartbitter. Während die exotischen Aromen des Arabica die Sinne FrauvonWelts gefangen nehmen, serviert Italo den zweiten. Auf Kosten des Hauses und mit einem Blick, der süchtig machen könnte.
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Das Mädchen mit den Kuhaugen
Verfasst von Mama am Mai 17, 2007
Mann hat die Männer vor ihr gewarnt. Ohne Erfolg. Sie würde die Männer schlachten. Das stimmt nicht wirklich. Zumindest hat es noch keiner bereut. Jetzt bricht FrauvonWelt ihr Schweigen und berichtet von den Anfängen:
Das Schlachten liegt mir in den Genen. Als Metzgerstochter, die ich nun mal bin, waren mir gleichsam Messer, Elektrozange und Borstenbrenner in die Wiege gelegt. Und kaum konnte ich mich auf den Beinchen halten, schauten meine Äuglein (wahrscheinlich haben sie dabei ihr Wachstum beschleunigt) dem Entstehen von Schnitzel und Co mit größter Aufmerksamkeit zu. Bald schon fanden die Schlachterkittel Gefallen daran, mir die heraus gestochenen Kuhaugen vor die Füße zu kullern. Ich spielte eine Zeit lang damit, war aber von den Rolleigenschaften (die Sehnen waren nicht sauber abgetrennt) nicht sonderlich überzeugt und fand die Dinger dann langweilig. Bis eines Tages (ein großer Tag) der Biologieunterricht mehr Anschaulichkeit verlangte – zumindest war ich dieser Auffassung. Die Augen in der Tüte marschierte ich in die Lehranstalt. Wir hatten Bio in der fünften. In der dritten saß ich beim Direktor. Wir kannten uns gut. Auch mit meinen Eltern pflegte er regelmäßigen Schriftverkehr. Wir plauderte sein übliches Geplauder, dann durfte ich nach Hause.
Nachdem meine Eltern mehrfach von der inzwischen wieder lebendigen Schleimmasse in meiner Tüte angezwinkert wurden, segneten sie mich mit ihren verständnisvollen wenn auch ermahnenden Blicken und fragten sich wahrscheinlich wie jeden Tag seit meiner Geburt: Was soll nur aus diesem Kinde werden?
FrauvonWelt ist sie geworden. Große Augen hat sie immer noch. Und die Sache mit dem Schlachten: Männer, da kann sie nichts dafür.
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FrauvonWelt blind
Verfasst von Mama am März 12, 2007
Ausgerechnet. Sie sieht nichts mehr. Fast nichts mehr. Die Augen rot geschwollen. Der Kopf dröhnt. Die Fachfrau nennt das Bindehautentzündung. FrauvonWelt nennt das anders. Der gute Ton verbietet hier die Verschriftlichung ihres Wortlauts.
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