FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

Abtauchen

Verfasst von frauvonwelt am Dezember 31, 2007

Die Westfalen-Therme ist ein wunderbarer Ort zum Abtauchen. Warmes Wasser, überall Geblubbers, Sauna, heißes Wasserbett, Cocktailbar – wunderbar. Eine nette Butike, in der es traumhaft schöne mintfarbene Badeanzüge gibt. Beim Kauf von drei Stück gibt es einen rosa Wasserball gratis. Wer spielt mit?
Eines gilt es aber zu beachten: Wer schon mit leichten Halskratzen und leisem Unwohlsein das Terrain betritt, sollte sich nicht wundern, wenn er am nächsten Tag vollends abtauchen muss – im Bett. FrauvonWelts Kurztrip ins Pumpernickelland, um mal eben Mamas und Papas und Schwestern und Brüdern und Onkels und Tanten zu wünschen, was zu wünschen sich anschickt, endete mit einer kratzenden Angina, hämmernden Kopfschmerzen und totaler Bewegungsunfähigkeit.

Nun hockt sie also wieder daheim. Eingewickelt in fünf Strickjacken und drei Schals sieht man sie kaum. Ab und zu lüftet sie das Mündchen um am heißen Kamillentee zu nippen. Susi, Tini und Babsi waren schon da, um sich die letzten Stylingtipps für den Abend abzuholen, konnten sich aber über FrauvonWelts neuestem Wickellook nicht wirklich begeistern.

Was nun? Eine Silvesterparty im Wiesbadener Flagranty ohne FrauvonWelt war nicht denkbar. Susi, Tini und Babsi schauten wehmutsvoll auf ihre superschicken Kleider, die sie extra für diesen Abend gekauft hatten, dann stopften sie alles zurück in die Tüten, schmissen sie in die Ecke und waren sich einig: Wir bleiben hier! Besser noch: Wir machen Fondue!

Die drei wussten nur zu gut um den übervollen Kühlschrank, den die MetzgerstochtervonWelt nach einem Besuch im Pumpernickelland zu bieten hatte.
„Ich hol noch schnell ein paar Erdnüsse“, rief Babsi durch die Kamillenluft und flog durch die Haustür.
„Ich kauf noch schnell Champagner“, waren Tinis Abschiedsworte.
„Ich bleib bei dir“, stöhnte die hochschwangere Susi, die sichtlich erleichtert war, dass sie sich das Partygetummel heute Abend nicht antun musste.

FrauvonWelt, langgestreckt auf dem Sofa, bekam von all dem nichts mehr mit. Eingewickelt in eine Wolldecke war sie längst wieder abgetaucht. Ins mintfarbene Land ihrer Träume.

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Amador – einer wie keiner

Verfasst von frauvonwelt am Oktober 12, 2007

19 Uhr, der Wagen fährt vor. FrauvonWelt schwarz, die Haare offen, die Schuhe hoch. Ein sanfter Kuss, charmantes Geplauder während der Fahrt. Sie lächelt. Ein schönes Haus empfängt das Paar mit Herzlichkeit und Champagner. Der perlt hinab wie Glitzerstaub.

Was dann folgt ist ein Reigen molekularer Köstlichkeiten aus der Küche des großen Zauberers. Idiazabal, bitte kräftig kauen bis es bitter wird, dann mit dem Kirschgazpacho ablöschen. Es bizzelt und es zischt auf der Zunge, im Kopf, im Herzen sowieso. Ein Zuckerwattecocoon versüßt weitere Augenblicke. Gurkengelee mit Kaviar und Borretsch – ein Löffelchen nur und der Gaumen explodiert. Der in Stickstoff gefrostete Gin Tonic vermag das Feuer der Liebenden nicht zu löschen. Sanfte Rauchschwaden verflüchtigen sich im Dämmerlicht des Raumes. Der Chardonnay belebt die Stimmung und verbindet zwei Hände, die Herzen sowieso.

Carabineros, Jacobsmuscheln, Entenleber, Iberico, Melonen-Sangria, das Fest der Sinne hat begonnen. Er droht in der Tiefe ihrer Augen zu ertrinken. Sie denkt nicht an Rettung. Genießt sein Verlangen mit den Aromen von Aprikose, weißer Schokolade, Minze, Karamell, Erdnußkrokant und Maldonsalz.

Auf der Rückfahrt zählt sie die Sterne. Es gibt nur einen. Einen wie keinen.

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Die Taufe

Verfasst von frauvonwelt am Februar 27, 2007

Als FrauvonWelt vor zwei Jahren ihren Dienst im mintgrünen Parfümladen begann, kannte sie keiner. Dann suchte Douglas das besondere Gesicht für das besondere Make-up. Für die Werbekampagne wurde eine FrauvonWelt gesucht, eine Frau eben, die mit Esprit und Augenaufschlag versteht, das gewisse Etwas zu vermitteln.
Zwischen buntschimmernden Parfümflakons schaute FrauvonWelt dem durch die Drogerie flanierenden Art-Director genau zwischen die Augen, der verstand sofort und FrauvonWelt wurde zur FrauvonWelt. Blitzkarriere quasi. Das Shooting endete jedes Mal mit einem Dutzend leerer Champagnerflaschen. Highlight der Kampagne war das Foto des Augenmake-ups, das FrauvonWelt heute noch gerne auflegt, wenn sie wieder mal was ganz Besonderes im Blick hat. Und das hat sie eigentlich ständig.

Aufgrund des immensen Alkoholkonsums war sie jedoch froh, dass die Shooterei nach vier Wochen vorbei war und sich der Art-Director auf die Suche nach dem neuen Dessous-Model machte.

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