FrauvonWelt

Die Welt von einem rosa Plüschsessel aus betrachtet.

Geklaut

Verfasst von frauvonwelt am März 5, 2007

Zwei Dinge gibt es in Nürberg: viele Museen und viele Schuhgeschäfte. Noch beeindruckt von dem Museumsbesuch mit Babsi, ließ es sich FrauvonWelt auch in Nürnberg nicht nehmen ein solches Gebäude zu betreten. Sie nahm das schickste, natürlich. Das Neue Museum. Ein imposantes Gebäude – allein das Äußere hatte FrauvonWelt gelockt. Innen ganz hoch, ganz weiß, ganz offen. FrauvonWelt hielt Ausschau nach dem Museumswärtern, vielleicht waren die ja ähnlich eloquent wie die Kollegen in Mainz. Wunschdenken. Die Museumswärter entpuppten sich als Museumswärterinnen. Grüßten freundlich und wünschten viel Spaß. Dann entdeckt FrauvonWelt eine Botschaft: ABER ICH / DIE WELT / ICH SEHE / DICH. Steht in großen Lettern fast unsichtbar auf einem Gebäudekubus. Mein neuer Leitspruch, denkt sich FrauvonWelt, steckt ihn in die Tasche und verlässt das Museum. ABER ICH / DIE FRAUVONWELT / ICH SEHE / DICH.

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Von Vögeln, Vorträgen und Versehen

Verfasst von frauvonwelt am Februar 28, 2007

Nachdem FrauvonWelt eine Stunde bei McFit geschwitzt hat, ruft Tini an und sagt nur: Nun erzähl schon!
Tini, was dagegen wenn ich gerade noch fertig dusche?
Ja, ich hab was dagegen. Ich will jetzt sofort…
Okay, okay, ich bin in zwanzig Minuten bei dir, solange musst du dich noch gedulden.

FrauvonWelt beendete ihre Körperhygiene mit gewohntem Tempo und mit gewohnter Ausführlichkeit, schwang sich anschließend aufs Rad und war tatsächlich die zwanzig versprochenen Minuten später bei Tini.
Setz dich und erzähl, wurde sie von ihrer Freundin empfangen.
Und sie erzählte:
Nachdem wir das Museum gefunden hatten grinste uns im Entree erstmal ein Elchskelett an. Babsi war etwas aufgedreht und fing an rumzualbern mit dem Knochengewirr. Daraufhin kam gleich ein Museumswächter und wies sie darauf hin, dass das Berühren der kostbaren Exponate nicht erlaubt sei. Babsi starrte ihn sehnsuchtsvoll an – doch er war es nicht. Kein Tomatenmann. Sie konnte ja auch nicht danach fragen, sie kannte ja seinen Namen nicht. Wir gingen durch seltsame Katakomben mit Zebras, Urpferdchen und anderem Gehops und gelangten schließlich in die Vogelwelt des ersten Obergeschosses. Amsel, Drossel, Fink und Star. Babsi stimmte sogleich ein fröhliches Liedchen an. Dann fragte sie mich, was sie denn eigentlich sagen solle, wenn sie jetzt gleich auf ihren Tomatenmann treffe. Sing ihm doch ein Lied, schlug ich vor. Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt.
Dann stand er plötzlich vor uns. Ob wir uns schon die Vögel alle genau angeschaut hätten? Babsi starrte ihn die ganze Zeit nur völlig entgeistert an und sagte kein Wort. Um die peinliche Situation zu entschärfen, fragte ich ihn nach einigen seltsam anmutenden Vogelarten. Und er wusste sogar Bescheid. Babsi stand wie festgewurzelt, während ich einem irrsinnigem Vogelvortrag lauschte. Er wusste wirklich alles über diese Viecher. Besonders das Paarungsverhalten beschrieb er behäbig in allen Details. Aber eigentlich interessieren Vögel mich nicht besonders, auch deren Paarungsverhalten nicht. Ich schaute auf Babsi und sah die pure Verzweiflung. Sie stierte zurück. Es war als wolle sie mir sagen, komm lass uns verschwinden. Wie ich das jetzt anstellen sollte, wusste ich auch nicht.
Der Tomatenvogelmann erzählte und erzählte. Inzwischen hatten sich schon ein paar andere Museumsbesucher um ihn gruppiert und schauten wissbegierig. Ich nutzte die Chance, zog Babsi von ihrem Fleck und rannte mir ihr die Treppe hinunter. Babsi, der Kerl ist ja total bescheuert, bist du sicher, dass das der Tomatenmann war? Babsi war sicher, total sicher. Sie war sich allerdings auch sicher, dass sie im Aldi ihre Kontaktlinsen nicht drin hatte und irgendwie total unterzuckert gewesen sein muss. Babsi mach dir keine Sorgen, das kann im Aldi schon mal passieren, dass man daneben greift.

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Lost in Erdnüssen

Verfasst von frauvonwelt am Februar 26, 2007

Nach dem anstrengenden Museumsbesuch am Sonntag gönnt sich FrauvonWelt heute einen entspannten Abend. Babsi und Tini sind da. Im DVD-Player landet “Lost in Translation”. Vorher will Tini, die an einer Dose Erdnüsse fast zugrunde geht, aber noch genau wissen, was mit dem Tomatenmann los war.
War nichts, sagt Babsi nur trocken.
Wie? War nichts? Und wieso?
Ach, lass uns jetzt den Film gucken, hab jetzt keine Lust alles zu erzählen.

FrauvonWelt springt ein, greift in die Erdnüsse und wispert Tini zu, dass sie ihr nachher alles erzählen will, aber jetzt sollte man doch besser den Film gucken. Tini versteht gar nichts mehr, Babsi ist deprimiert und FrauvonWelt findet den Film eh langweilig. Der Abend scheint also nicht wirklich entspannend zu werden. Die Erdnüsse machen die Runde, der Film dreht sich auch im Kreis.
Nach einer halben Stunde will Babsi nach Hause gehen. Weder Tini noch FrauvonWelt halten sie auf.
Sehen wir uns morgen im Studio, Babsi? FrauvonWelt versucht Babsis Gedanken in die Zukunft zu lenken, damit sie nicht endlos an die Peinlichkeiten im Museum denkt.
Ja, vielleicht, sagt Babsi, winkt gelangweilt und verschwindet dann aus der Wohnung.

Nun erzählt aber mal, was da passiert ist. Tini verschluckt sich schon wieder an einer Erdnuss und kriegt einen Hustenanfall.
Tinihi? Eigentlich bin ich auch müde, können wir nicht morgen…

Ich glaub ihr spinnt, ich will jetzt endlich wissen, was da passiert ist, ihr könnt mir doch hier nicht doof sterben lassen, ich platze fast vor Neugier.
Du platzt vielleicht von den zwei Dosen Erdnüssen, die du gerade verdrückt hast, aber nun gut, dann will ich dir halt noch kurz von gestern erzählen.

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Babsis Tomatenmann

Verfasst von frauvonwelt am Februar 25, 2007

Früh um neun bekam FrauvonWelt, noch im Bett liegend, einen Anruf. Die Babsi. Ob sie heute zusammen ins Museum gehen wollten? FrauvonWelt glaubte sich in einem seltsamen Traum. Museum, den Begriff hatte sie schon einmal gehört.
Babsi, bist du das? Wo willst du hin?
Ins Naturdingsbumsmuseum in Mainz. Ich weiß nicht mehr genau, wie das heißt. Kostet auch keinen Eintritt sonntags.
Babsi, wenn du das ernst meinst, dann ruf mich in einer Stunde noch einmal an, dann hab ich ausgeschlafen.

Zwei Stunden später klingelte wieder das Telefon. FrauvonWelt lag noch immer im Bett.
Babsi?
Schläfst du etwa immer noch? Bist du dabei, oder nicht?
Ja, ich komm ja mit. Was zieht man denn da an?
Egal, um dich geht es ja nicht. Bretzel dich bloß nicht so auf, sonst stiehlst du mir noch die Show. Der Typ soll ja Augen für mich haben, nicht für dich.
Okay, hab schon verstanden. Kommst du zum Frühstücken vorbei?
Bin gleich da.
Zehn Minuten später stand Babsi vor der Tür. Pinker Mini, Stiefel bis zum Knie, bauchfreies Wickelshirt, rosa Jeansjacke.

Wow, siehst du cool aus. Komm rein. Und erzähl erstmal. Was ist denn das für ein Typ?

Total süß. Ich hab den gestern im Aldi getroffen, er hat mir geholfen, als mir diese blöden Tomaten runtergefallen sind, Mensch, war das eine Sauerei, naja, aber er wirklich total süß, er hat sich kaputt gelacht und hat das alles weg gemacht, mich dann auch gleich gefragt, ob ich hier aus der Gegend bin und so, und ob man sich nicht mal treffen könnte, klar hab ich gesagt und hab ihm meine Handynummer gegeben, dann hat er noch gesagt, dass er sonntags immer in diesem Museum in Mainz jobbt, aufpassen, dass die ausgestopften Viecher dort nicht alle von den Kindern angegrapscht werden und so, naja und ob ich nicht mal Lust hätte vorbei zu kommen, ich hab natürlich nicht gleich zugesagt, sondern nur, dass ich es mir mal überlegen würde.

Und? Hast du überlegt?

Nee, natürlich nicht. Hey, los komm. Sei kein Spielverderber. Ich will ihn dir ja nur mal zeigen, wenn du sagst, der ist nichts, dann können wir sofort wieder verschwinden.

Okay, okay, noch nen Kaffee und dann können wir los.

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