Freundinnen
Verfasst von frauvonwelt am März 18, 2007
Susi, Tini und Babsi kamen, nachdem sie von dem Unglück erfahren hatten. Sie standen in der Tür, blickten erschrocken auf FrauvonWelt, schauten sich betroffen an und prusteten dann los. FrauvonWelt war nicht in der Stimmung mitzulachen, verschwand in die Küche, hockte sich auf ihren pinken Plüschstuhl und schmollte.
Glaubt ja nicht, dass ich euch nen Kaffee oder irgendwas anbiete. Ihr könnte gleich wieder verschwinden, wenn ihr nur gekommen seid, um euch lustig zu machen.
Sofort stürmten die drei ulitmativ besten Freundinnen in die Küche. Sie hatten verstanden. Es war ernst. Babsi griff sofort zur Pfanne, um das ultimativ beste Tröste-Ei zu braten. Tini griff zur Teekanne und Susi holte die Taschentücher. FrauvonWelt schaute kurz auf, sah ihre Freundinnen in Aktion und schmunzelte.
So schlimm ist es nun auch wieder nicht. Aber was mach ich nur heute Abend mit Samuel? Endlich hat er mich zum Essen eingeladen und jetzt das. So kann ich doch unmöglich dahin gehen.
Warum nicht?, fragte Tini, dann habt ihr doch gleich ein tolles Gesprächsthema.
Was ist mit Überschminken?, wollte Babsi wissen, die gerade vier Eier in die Pfanne gehauen hatte.
Susi, die sich erst einmal die Nase schnäuzte, meinte nur: Soll ich dich vertreten?
Ihr seid Freundinnen, stöhnte FrauvonWelt, griff zum Spiegel und starrte auf das inzwischen gelbblau schimmernde Matterhorn auf ihrer Stirn. Dann dachte sie an ihren Rückwärtsgeher. Wäre sie rückwärts gegangen, hätte sie die Beule jetzt am Hinterkopf und ein Problem weniger. Aber sie ist nun mal nicht rückwärts vor die Glaswand gelaufen. Folglich hatte sie jetzt ein Problem: Samuel. Dann schaute sie auf Susi.
Susi, deine Idee ist vielleicht gar nicht so schlecht. Du gehst für mich!
Ich? Spinnst du? Ich hab doch nur nen Scherz gemacht.
Ja, ich weiß, aber ich mein es jetzt ernst. Du gehst für mich mit Samuel essen.
Babsi stellte die Eier mit den Worten, dann brauchst du ja jetzt keine Eier mehr essen, auf den Tisch.
Susi, die die Vorstellung mit Samuel essen zu gehen, eigentlich gar nicht so blöd fand, war aber anderer Meinung und nahm sich gleich zwei Eier. Im Gegenteil, wenn ich gehe, muss ich mich jetzt satt essen. Ich kann doch bei einem Rendezvous nicht meine üblichen Mengen verputzen. Das schlägt doch jeden Mann in die Flucht.
Da hast du auch wieder recht, gestand Tini, gab ihr auch noch das dritte Ei und griff zu den Erdnüssen, die im Regal standen.
Allein FrauvonWelt schlürfte ihr wie immer wunderbar gebratenes Spiegelei und war eigentlich jetzt ganz zufrieden mit dem Stand der Dinge. Nun könnte sie sich wieder mit ihrem Eisbeutel aufs Sofa kuscheln und Susi würde einen vielleicht schönen Abend mit Samuel verbringen. Sie selbst würde das irgendwann nachholen. Samuels gibt es schließlich viele.
Veröffentlicht in Freundinnenwelt | 1 Kommentar »
